Westliches Mittelmeer – Mai 2026
Wir waren vor der Kreuzfahrt sehr gespannt auf die für uns neue Kreuzfahrtgesellschaft Silver Sea und ihr Schiff Silver Ray. Wir hatten uns viel im Internet und auf You Tube angelesen und angeschaut. Wir möchten unsere Erfahrungen in 4 Hauptbereiche gliedern:
I Allgemein
- Vor der Abreise
Silver Sea hat keine App. Das Preiskonzept ist für Neulinge bei Silver Sea nicht wirklich kundenfreundlich. Viele Emails mit zusätzlichen Angeboten und Kaufaufforderungen. Wichtige Informationen könnten verloren gehen.
- Transfer vom Flughafen zum Schiff (über Silver Sea gebuchte Flüge)
Sehr gut organisiert und klar erkennbar. Besser als bei Seabourn.
- Einchecken und Registrierung
Daten wurden im Vorfeld bereits angefordert. Aber beim einchecken mussten alle Informationen nochmals erfasst werden, inkl. Zahlungsoptionen. Uns wurde erklärt, dass die Silver Ray keinen Zugriff auf die Daten von Silver Sea hat und deshalb die Daten erneut erfasst werden müssen. Wir fragen uns, warum wir dann die Daten auf der Internetseite im Vorfeld eingeben müssen.
- Erste Momente an Bord
Begrüßung und Ansprache sehr freundlich, aber wir wurden gebeten in ein Restaurant zu gehen, bis die Suite bezugsfertig ist. Dort wurden wir aber dann etwas allein gelassen und wir mussten uns auf dem uns unbekannten Schiff selbst orientieren.
- Unsere Kabine/Suite (Superior Veranda)
Gutes Layout und sehr modern. Top Dusche. Waschtischanlage mit extrem vielen Ablagemöglichkeiten und Schubladen. Handtuchstangen oder -halter zu wenig (nur an den Schubladen). Man muss dann schon den Austausch der Handtücher vornehmen lassen. Der begehbare Kleiderschrank ist für längere Kreuzfahrten, oder für mehrere Klimazonen und Klimaereignisse zu klein für 2 Personen. Ansonsten aber gelungen, auch die vielen Schubladen. Den Wäschesack benötigen wir nicht. Der große Bildschirm im Wohnbereich ist qualitativ und und hinsichtlich Auswahl sehr gut. Vom Bett aus aber nur sehr eingeschränkt zu schauen. Dann wird er eher zum Hörspiel.
- Butler und Kabinen Stewardess
Unser Butler war ein Volltreffer. Er kümmerte sich um nahezu alles und kam auch mit eigenen Anregungen auf uns zu. Die Kabinen Stewardess haben wir nur sehr wenig gesehen und hatten kaum Kontakt mit ihr. Andere Mitreisenden waren aber von ihren Butlern nicht so angetan.
II. Die Silver Ray (das Schiff)
Das Design der Silver Ray hat Vor-, aber auch Nachteile. Es bietet viel Platz, aber die öffentlichen Plätze, wie Bars und Lounges sind überwiegend Durchgangszonen. Vor allem der so genannte Mittelpunkt des Schiffes, das Arts-Cafe hat kein Ambiente. Es fehlt an Gemütlichkeit. Der Bereich soll angabegemäß vollständig verlagert werden. Der Pool wirkt eher klein, befindet sich im Schiffszentrum, spielt aber nur eine Nebenrolle. Auch der Infinity-Whirlpool (Deck 11) erinnert eher an eine Bad-Ausstellung. Auf dem Weg über das Schiff, von einem Venue zum anderen, laufen die Passagiere ständig hautnah an den Badegästen vorbei.
Das größte Manko ist aber die Lage der Venitian Lounge. Im gesamten vorderen Drittel des Schiffes sind die Musik und vor allem der Bass auch in den Kabinen zu hören und zu spüren. Egal, welche Suiten-Kategorie, u.E. sind davon alle vorderen Kabinen, auch über die verschiedenen Decks hinweg, betroffen. Wir hatten die Hoteldirektorin daraufhin angesprochen. Das Thema ist bekannt und bei einem Trockendockaufenthalt soll die Geräuschdämmung verbessert werden. Nur wann dies sein wird, war ihr zeitlich nicht bekannt. Die Venitian Lounge selbst hat einen herausragenden Sound. Ist aber für sehr beliebte Showacts deutlich zu klein. Wir mussten bereits 30-45 Minuten vor Beginn Plätze eingenommen haben. Ansonsten konnten wir nur stehen, bei eingeschränkter Sicht. Dann haben wir auf Shows verzichtet. Gehört haben wir sie auf der Kabine auch… Auch tagsüber bei Proben konnten wir mithören.
Durch das Design fehlt der Silver Ray gefühlt ein Zentrum.
III. Restaurants
- Die Qualität des Essens ist grundsätzlich gut, aber nicht überragend. Der ChefsTable für US-$ 180 + Steuer pP. eindeutig zu teuer. Vor allem nach dem wir erfahren haben, dass es im letzten Jahr das gleiche Menü war. Wir hatten einen netten Abend, aber das Essen war nichts besonderes (Dessert z.: Vanille Eis mit Kürbiskernöl). Das Chi-chi wurde zelebriert. Ohne das Amexco-Guthaben hätten wir dort nicht gegessen. Das Kaiseki haben wir nur einmal mittags ausprobiert. Auch deutlich überschätzt. Das La Dame haben wir deshalb gar nicht erst in Erwägung gezogen.
Das Atlantide ist immer eine gute Wahl. Das S.A.L.T Kitchen ist ein sehr schönes Restaurant, hat aber eine etwas eingeschränkte Karte für mehrfache Besuche. Das La Terrazza ist, wie der Italiener um die Ecke, starken qualitativen Schwankungen ausgesetzt. Mittags/Nachmittags haben wir häufig im The Grill auf Deck 10 gesessen und gegessen. Gute Burger und wirklich gute Pizza. Eine schöne Überraschung war das Silver Note auf Deck 5. Der Abend im Marquee Grill mit heißem Stein na ja. Wirklich gut ist der Room Service.
Insgesamt waren wir mit dem Essen sehr zufrieden, aber es ist kein Michelin-Sterne-Niveau. Dies wird gerne vorgegaukelt. Ist aber auf dem Schiff für uns nicht nötig. Hier fehlt es vor allem an überraschenden Zusammenstellungen der Gerichte und Würzungen. Aber die Köche der Ray müssen es allen recht machen und wollen dies auch.
Der Brunch am Seetag war hervorragend. Qualitativ und auch organisatorisch. Das Schokoladenbuffet-Event am Pool war nur ok. Viel Aufwand, aber für uns nur mäßig abwechselungreich. Kannten wir bereits von Buffet mit noch mehr Auswahl.
Das Vorreservieren der Restaurants von Land aus ist für uns nicht wirklich Passagier freundlich. Aber war auch nicht nötig. Es gab immer genug Platz in den Restaurants.
- Bars
Die Qualität der Getränke ist hochwertig und top. Uns wurde jeder Wunsch erfüllt bzw. gemixt. Aber das Design des Schiffes verschenkt einige mögliche Standorte.
IV.
- Crew und Service
Die Crew war immer sehr, sehr freundlich. Wir haben uns stets wohl gefühlt. Die Crew war zugänglich, schnell und stets bemüht unsere Wünsche zu erfüllen.
- Atmosphäre
Unser Eindruck ist, dass auf der Silver Ray die Gäste eher in Ruhe gelassen werden. Es gibt zwar eine Vielzahl von Angeboten für die Passagiere, aber es verteilt sich auf dem Schiff. Die Kreuzfahrtdirektorin hielt sich eher im Hintergrund. Dafür war die Hoteldirektorin Frau Heike Berdos stets präsent. Alles lief. Hinsichtlich der Kleidung waren wir eher overdressed und blieb weitestgehend im begehbaren Kleiderschrank. Das Silversea so förmlich sein soll, konnten wir nicht bestätigen.
Fazit
Wir waren von der Crew sehr angetan und überzeugt. Das Schiff ist hochmodern und funktioniert. Die Kabinen sehr gelungen. Das Essen ist gut und ausreichend abwechslungsreich. Das Schiff hat Platz, richtig voll hat es sich zu keinem Zeitpunkt angefühlt. Schade ist, das die Silver Ray die selben Häfen wieder und wieder anläuft. Im Herbst hätten wir bei anderen Häfen wieder gebucht, aber nur im mittleren oder hinteren Bereich des Schiffes. Silver Sea ist für uns zu einer Alternative geworden. Aber nur auf den neueren Schiffen Silver Ray, Silver Nova und Silver Dawn.